„Ein Pavillon im Grünen“
Kindergarten Windischgarsten
Infos zum Projekt
Der zentral am Grundstück positionierte, zweigeschossige Gartenpavillon fügt sich durch seine klare und unaufgeregte Architektur ruhig in die bestehende Umgebung ein.An der Westseite befindet sich der Haupteingang, der durch einen Rücksprung im Erdgeschoß klar definiert und zugleich überdacht ist.
Alle Gruppenräume sind in Richtung Garten und dem schönen Baumbestand orientiert. Die Ausrichtung der Gruppenräume lässt identitätsstiftende Blickbezüge zu den umliegenden Bergen und zum Ortskern von Windischgarsten zu.
Im Erdgeschoß sind die die Räumlichkeiten der Krabbelgruppe und eine Kindergartengruppe situiert, die im Erweiterungsfall zu einer dritten Krabbelgruppe umgebaut werden kann.
Im Obergeschoß sind alle weiteren Gruppenräume des Kindergartens und zwei Bewegungsräume untergebracht. An der Ostseite ist der Pavillon nur mehr als eingeschoßiges Bauwerk sichtbar und ermöglicht ein Betreten des Gartens direkt aus dem Obergeschoß ohne Treppe.
Die zentrale Erschließungsachse schafft einen perfekten Überblick und wird durch die Garderobenzeilen, die direkt auf die Terrasse bzw. den Garten führen, unterbrochen.
Durch bewusste Vor- und Rücksprünge entlang der Fassade werden zonierte Terrassen geschaffen, die bei schlechterem Wetter oder in der Übergangszeit zum geschützten Spielen im Freien einladen.
Die Treppe ist so positioniert, dass sie den Bereich des Kindergartens schnell vom Haupteingang aus nach oben hin verbindet. Die erdgeschossige Kindergartengruppe und der Mehrzweckraum werden dadurch auf kurzem Wege mit dem restlichen Kindergartenbereich verbunden. Die Krabbelgruppen können ihren Betrieb im Erdgeschoß ungestört durchführen.
Auch wenn die erdgeschossige Kindergartengruppe später zu einer Krabbelgruppe umfunktioniert wird, bleibt diese funktionale Trennung erhalten.
Hardfacts
- Geladener Wettbewerb – 1. Preis
- Realisierung 2026-2027
- Windischgarsten
- 5 Kindergartengruppen und 2 Krabbelgruppen
Innere Organisation
Direkt beim Eingangsbereich befindet sich das Büro der Leitung. Gleich dahinter der Mehrzweckraum in idealer Reichweite für den Kindergarten und in weiterer Folge der Personalraum mit Teeküche.
Die Gruppenräume samt Nebenräumen sind als klare Funktionseinheiten erkennbar und ermöglichen eine einfache Orientierung im Gebäude.
Die in unmittelbarer Nähe zum Eingang gelegene Treppe führt, parallel zur Haupterschließung, direkt zum Mittelpunkt des Kindergartens und ermöglicht einen schönen Blickbezug in den Garten bzw. eine gleichberechtigte Erschließung zu den einzelnen Gruppengarderoben.
Zwei nebeneinander liegende Bewegungsräume können bei Bedarf mittels mobiler Trennwände zu einer Einheit gekoppelt und zum Gangbereich geöffnet werden.
Obwohl der Erschließungsbereich vielseitig bespielt werden kann, befindet sich im OG am Ende des Ganges ein ruhigerer, abtrennbarer Bereich, wo die Sprachförderung möglich ist.
„Wirtschaftlich und Klima fit“
Ein einfaches, statisches System mit Spannweiten von maximal 6,5 Metern und übereinanderliegenden, tragenden Bauteilen lässt geringe Baukosten erwarten.
Überdachte Terrassen nach Süden bzw. Osten bilden einen idealen baulichen Witterungs- und Sonnenschutz. Eine Nachtlüftung über Gruppenräume, Garderobe und Stiegenhaus ist über automatische Kippflügel einfach herstellbar. Hochwärmegedämmte Bauteile ermöglichen beste Energieeffizienz. Die großen Bestandsbäume sowie ausreichende Neubepflanzung im Garten dienen als Schattenspender und natürliche Klimaanlage.
Die Errichtung ist, aus Gründen der Akustik und wärmetechnischen Speicherfähigkeit, in Massivbauweise angedacht.
Das Material Holz kommt bewusst da zum Einsatz, wo es für die Kinder unmittelbar spürbar ist, und vor Verwitterung geschützt ist. Zum Beispiel bei den überdachten Fassadenflächen und in Teilen des Innenraums. Es spendet Wärme und Behaglichkeit, wodurch sich Kinder im Gebäude auf Anhieb wohlfühlen. Alle übrigen Außenwände bestehen aus verputztem Vollwärmeschutz.
„im Handumdrehen erweitert“
Sobald die Notwendigkeit besteht, die Krabbelstube zu erweitern, kann im OG an der Ostseite eine neue Gruppe angebaut werden, während im EG ein Gruppenraum von der bisherigen Kindergartengruppe zur Krabbelgruppe adaptiert wird.
Somit bleibt der Kindergarten mit seinen fünf Gruppenräumen erhalten und im Erdgeschoß bildet sich ein klar abtrennbarer Krabbelstubenbereich mit drei Gruppen. Ein ungestörter Betrieb der beiden Funktionen bleibt somit gewährleistet.
Jurybewertung
Durch eine schlanke und doch auch kompakte Ausformung des zweigeschossigen Baukörpers gelingt es, den Spielgarten gut nutzbar bis in den Bereich südlich des Hauses verlaufen zu lassen. Dies bietet auch die Chance, ein großzügiges Balkonband vor nach Süden - zu den Bestandsbäumen - orientierten Gruppenräumen anzuordnen. Dabei wird ein wettergeschützter Freiraum mit rascher Erwärmung an den Sonnentagen der Übergangszeit, aber auch natürliche Beschattung angeboten.
Die klare Schichtung von den Gemeinschaftsräumen im Norden über Erschließung, Nebenräume und Gruppenräume bis zur Loggia erscheint angemessen einfach und übersichtlich. Der Eingang führt als gut sichtbares Portal in eine Eingangshalle, an der Leitung und Mehrzweckraum angebunden sind. Geschickt sind die durch das Auseinanderrücken der Gruppenräume entstehenden Nischen als Garderoben zwischen innen und außen eingesetzt. Auch die Erweiterung erfolgt schlüssig der Logik des linearen Auffädelns entlang der Südfassade. Die obere Etage geht ohne aufwändiger Geländemanipulation direkt in den Freibereich über.